Gesundheit in Namibia

erlebe-fernreisen hat sich bemüht, die Korrektheit der folgenden Informationen zu garantieren. Wir raten Ihnen, immer auch selbst Kontakt mit einer medizinischen Stelle aufzunehmen, die mit der Sachlage vertraut ist, um den aktuellen Stand der Dinge zu erfahren.

Namibia ist ein sauberes Land, insbesondere im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern laufen Sie hier weniger Risiko krank zu werden als woanders. Dennoch ist das Risiko in Namibia zu erkranken größer als zu Hause. In einem tropischen Klima gibt es einfach mehr Bakterien. Die feuchte Wärme ist ein guter Nährboden für Krankheitserreger.

Vor der Reise können Sie bereits einige Vorsorgemaßnahmen treffen, diese besprechen wir zuerst. Dann erläutern wir, was Sie vor Ort machen können, um gesund zu bleiben und schließlich erklären wir, worauf Sie achten sollten, wenn Sie wieder zu Hause sind.

Gesundheitsmaßnahmen vor der Reise

Gesundheit vor Ort

Gesundheit nach der Heimkehr

Gesundheitsmaßnahmen vor der Reise

Wenn Sie regelmäßig Medikamente nehmen, nehmen Sie den Beipackzettel mit, so dass kein Zweifel aufkommt, dass Sie ein Drogenkonsument sein könnten. Sorgen Sie auch dafür, einen extra Vorrat mitzunehmen, sodass Sie nicht verzweifelt in den Apotheken vor Ort nach einem passenden Mittel suchen müssen, wenn Sie etwas verlieren. Nehmen Sie auch eine englische Bescheinigung Ihres Arztes mit, in dem die Medikamentverordnung bestätigt wird.
Wenn Sie eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, sollten Sie die Spezifizierung Ihres Optikers mitnehmen oder eine extra Brille bzw. ein Paar Kontaktlinsen.

Nehmen Sie vor Ihrer Reise Kontakt mit einer kompetenten medizinischen Stelle auf, wie z.B. einem Krankenhaus oder in größeren Städten das Gesundheitsamt. Eine Last-Minute-Reise nach Namibia ist für einen gesunden Menschen kein Problem. Zur Not können Sie auf dem Flughafen noch zu einer Travel Clinic oder dem medizinischen Dienst gehen. Nehmen Sie auf jeden Fall immer Ihr Impfbuch mit, wenn Sie eins haben. Natürlich ist es besser, die Impfungen schon lange im Voraus zu regeln. An folgende Instanzen können Sie sich beispielsweise wenden:

Institut für Tropenmedizin Berlin, www.charite.de/tropenmedizin
Abt. Infektions- und Tropenmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München, www.tropinst.med.uni-muenchen.de
Den reisemedizinischen Infoservice mit viele Ratschlägen und Tipps finden Sie unter fit-for-travel.de.

Internationale Webseiten:

www.tripprep.com
Dieser Links führt zu englischen Sites und manche wurden von der pharmazeutischen Industrie finanziert.

Nachstehend geben wir Ihnen kurze Informationen über oft vorkommende Krankheiten, die sich auf den gesunden, nicht-schwangeren Reisenden richten, der nicht länger als einen Monat in Namibia bleibt. Stellen Sie selber sicher, dass Sie aktuelle Informationen für Ihre eigene Situation erhalten.

Malaria
Malaria kommt nur im Norden Namibias, Botswanas und Sambias vor, insbesondere in Caprivi (nördlich von Etosha), dem Okavango Delta in Botswana und bei den Victoria Falls in Sambia und Simbabwe. Malaria ist kein großes Problem in Namibia, aber die wenigen Malariaparasiten die es noch gibt, sind resistent gegen die gängigen Malariaprophylaxen (präventive Anti-Malariamittel). Besonders wichtig ist es, sich vor Mückenstichen zu schützen.
Risikobeschänkende Maßnahmen: Abends Arme, Beine und Füße bedecken, ein Mückenmittel mit DEET auftragen und ein Mückennetz benutzen, das Sie im Risikogebiet in jeder Unterkunft vorfinden werden. Wenn Sie trotz der nötigen Vorsorgemaßnahmen dennoch auf einmal Fieber bekommen, das länger als zwei Tage anhält, sollten Sie zu einem Arzt gehen um Malaria auszuschließen. Das gilt bis zu zwei Monaten nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland.

Impfungen
Impfungen gegen DTP (Diphtherie, Tetanus und Polio, ca. 10 Jahre gültig) und Hepatitis A werden empfohlen. DTP haben die meisten Menschen bereits in ihrer Jugend erhalten. Nach einer Wiederholungsspritze brauchen Sie sich darum erst mal nicht mehr zu kümmern. Die reguläre Hepatitis A Impfung hat eine begrenzte Wirkungsdauer, darum muss sie kurz vor der Reise gegeben werden. Wenn Sie häufiger oder für längere Zeit in Länder reisen, in denen Hepatitis A vorkommt, können Sie erwägen eine Langzeit-Impfung zu nehmen, wie zum Beispiel Havrix. Denken Sie allerdings daran, dass diese Impfstoffe teuer sind und nach 6 Monaten eine Wiederholungsimpfung durchgeführt werden muss. Eine Impfung gegen Bauchtyphus wird empfohlen, wenn Sie länger als 3 Monaten nach Namibia reisen. Die Impfung gegen Gelbfieber wird nur empfohlen, wenn Sie vor Ihrer Namibiareise in einem Gebiet waren, in dem Gelbfieber herrscht.

Dengue-Fieber und Japanische B-Encephalitis
Beides sind Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden. Hier können Sie also dieselben Vorsorgemaßnahmen treffen wie bei Malaria. Diese Mücken stechen vor allem tagsüber und bei künstlicher Beleuchtung. Für weitere Informationen über diese Krankheit und die aktuelle Information bezüglich eventueller Epidemien können Sie am besten auf den oben erwähnten Websites nachsehen oder Kontakt mit einem medizinischen Institut aufnehmen. Gegen Dengue gibt es keinen Impfstoff, wohl aber gegen die Japanische B-Encephalitis, diese Impfung wird empfohlen, wenn Sie länger als 6 Monate nach Afrika reisen wollen. Sie können selber ein Erste-Hilfe-Set für die Tropen zusammenstellen oder kaufen. Eventuell können Sie sich ein Buch über Gesundheit in den Tropen besorgen. Bei Tropeninstituten werden oft solche Bücher verkauft, ebenso wie Erste-Hilfe-Sets. Hypochonder werden diese Art Bücher lieben und schon bei den ersten Kopfschmerzen denken, dass sie ernsthaft erkrankt sind (eigene Erfahrung). Lesen Sie es also mit etwas Zurückhaltung.

Gesundheitsmaßnahmen während des Urlaubs in Namibia

Jet lag
Jetlag ist das Durcheinanderbringen Ihrer „biologischen Uhr“, u.a. des Schlaf-Wach-Rhythmus, das durch den Flug über mehrere Zeitzonen entsteht. Die ersten Tage nach dem Flug muss sich der Körper an den neuen Biorhythmus gewöhnen, dadurch können Sie sich müde oder benommen fühlen.

Tipps zur Überwindung des Jetlags: Es ist ratsam, im Flugzeug wenig Kaffee oder Alkohol zu trinken und nach Ankunft die ersten zwei, drei Tage nicht zuviel von sich zu verlangen. Weiterhin ist es empfehlenswert, sich so schnell wie möglich an den neuen Schlafrhythmus zu gewöhnen, meistens schlafen wir nach der Ankunft ein paar Stunden und bleiben dann bis zur Schlafenszeit wach. 

Diarrhö
Veränderung des Rhythmus' , Klimas und der Nahrung (besonders scharfes Essen) können Ihre Därme durcheinander bringen. Solange dies nur gepaart ist mit „dünner Entlastung“ ohne Nebenerscheinungen, können Sie sich am besten ein wenig Ruhe gönnen und dafür sorgen, dass Sie genug trinken. Sie können eventuell eine ORS-Lösung (Orales Rehydrations-Salz) in Wasser aufgelöst einnehmen, sodass Sie nicht austrocknen. Dies ist besonders für Kinder und ältere Urlauber wichtig. Wenn Sie reisen müssen, können Sie auch Loperamide einnehmen (nicht geeignet für Kinder unter 2 Jahren). Dieses Mittel legt die Peristaltik (natürliche Bewegung der Därme) lahm, sodass es sich so anfühlt, als wenn die Diarrhö vorbei wäre. Gebrauchen Sie es aber nur, wenn Sie nicht häufig zur Toilette gehen können, also z.B. wenn Sie reisen müssen. Sollte die Diarrhö länger als zwei Tage anhalten, oder Nebenerscheinungen wie Fieber, Blut im Stuhlgang oder andere Dinge auftreten, nehmen Sie Kontakt mit einem Arzt auf, dann kann mit Hilfe von Labortests untersucht werden, ob es Grund zur Sorge gibt. Glücklicherweise sind vor allem die medizinischen Einrichtungen in Windhoek im Allgemeinen gut. Man ist hier allerdings eher geneigt, Antibiotika zu verabreichen als in Deutschland. Sie werden so zwar meistens Ihre Krankheit los, aber das kann andere Verdauungsprobleme mit sich bringen, da Ihre Darmflora vernichtet ist.

Vorsorge gegen Diarrhö

Das Essen und Trinken in Namibia, und sicherlich in den Lodges und Hotels entspricht unseren nordeuropäischen Maßstäben. Dennoch sollten Sie besonders auf Essen und Trinken achten, um Beschwerden wie Diarrhö zu vermeiden. Die folgenden Tipps können Ihnen dabei helfen: Trinken Sie nur Wasser aus abgeschlossenen/versiegelten Flaschen oder Dosen, oder Getränke, die aus gekochtem Wasser zubereitet wurden, wie Tee oder Kaffee. Eiswürfel sind am ehesten vertrauenswürdig, wenn es runde Kugeln mit Löchern in der Mitte sind. Fruchtsaft ist nur sicher, wenn kein Wasser zugesetzt wurde. Nahrung, vor allem Fleisch und Fisch, muss gründlich gekocht oder gebacken sein. Ein bewährtes Hausmittel gegen Diarrhö ist das Trinken von Cola und Brühe (nicht unbedingt gleichzeitig). Cola kann man beinahe überall kaufen, und Brühe und einen kleinen Spiralwasserkocher können Sie aus Deutschland mitnehmen.

Bilharziose
Beugen Sie einer Infektion vor, indem Sie nicht in stillstehendem Wasser schwimmen. Insbesondere im Caprivi und Okavango Delta sollten Sie lieber nicht schwimmen.   

Noch ein paar (semi-)medizinische Tipps

Hautpflege
Nehmen Sie kleine Wunden in den Tropen ernst. Beobachten und desinfizieren Sie sie und kleben Sie tagsüber eventuell ein Pflaster drauf. Kratzen Sie Mückenstiche nicht auf. Schützen Sie Ihre unbedeckte Haut immer mit einer Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor, auch in der Regenzeit. Lassen Sie beim Schnorcheln ruhig Ihr T-Shirt und Ihre (kurze) Hose an!! (Wir machen das auf jeden Fall immer so). Die Sonne ist unglaublich stark am Äquator, auch wenn es bewölkt ist.
Tragen Sie keine grell gefärbte oder schwarze Kleidung und benutzen Sie kein starkes Parfüm, Deo oder Aftershave, um stechende Mücken auf Distanz zu halten. (Sorgen Sie also dafür, dass Sie nicht zu sehr einer Blume ähneln). Wenn Sie schnell Hautirritationen bekommen, ist es am Besten, Kleidung aus Baumwolle oder Leinen zu tragen, darin schwitzen Sie nicht so schnell. Sie können sich eventuell nach der morgendlichen Reinigung einpudern, um Ausschlag zu vermeiden (prickly heat).
Waschen oder desinfizieren Sie ihre Hände nach jedem Toilettenbesuch und kauen Sie lieber nicht an den Nägeln.

Insbesondere in der Trockensaison ist es möglich, einen Zeckenbiss zu bekommen (in den europäischen Wäldern ist die Chance größer). Kontrollieren Sie morgens und abends Ihren Körper, insbesondere die Kniekehlen und Leisten. Wenn Sie eine finden, dann betäuben Sie das Tier nicht mit Alkohol, sondern benutzen Sie lieber eine Zeckenzange (in deutschen Apotheken erhältlich) oder gehen Sie zu einem Arzt vor Ort. Wenn nach dem Besuch eines Waldgebietes unerklärte (kreisförmige) Blutergüsse auftreten, sollten Sie sich an einen Arzt wenden. 

Sonnenstich

Vermeiden Sie einen Sonnenstich, indem Sie einen Hut o.ä. und eventuell eine Sonnenbrille tragen. Sorgen Sie dafür, dass Sie immer eine Flasche Wasser mithaben, vor allem, wenn Sie in die Natur gehen, und nicht schnell Trinkwasser zur Hand haben. Wenn Sie einen Sonnenstich vermuten (bei Schwindelgefühlen oder Kopfschmerzen): Trinken Sie etwas, setzen Sie sich in den Schatten und bleiben Sie wenn möglich dort.

Gesundheit nach der Heimkehr

WICHTIG!

Wenn Sie nach Ihrer Rückkehr (und das kann u. U. Monate später sein) Fieber, Darmkoliken oder andere Beschwerden haben, die Sie nicht mit einer bestimmten Ursache in Verbindung bringen können: Nehmen Sie mit Ihrem Hausarzt Kontakt auf und melden Sie wie lange und wo Sie in Namibia waren und was Sie dort getan haben. Wenn Sie viel Kontakt mit den Einheimischen hatten ist es vernünftig einen Mantoux-Test machen zu lassen (TBC).

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